EB - PLATTE

Die EB-Platte ist eine Tour durch die Kernplatte des Totenköpfls an der Hohen Wand. Das Besondere dabei ist, dass bis auf eine Ausnahme keine Zwischenhaken vorhanden sind. Die Tour im unteren siebenten Grad ist also selbst abzusichern. Dies geht mit Friends und Keilen jedoch sehr gut.
Mario und ich haben uns natürlich wieder einen Tag für die Begehung ausgesucht, an dem die Bedingungen suboptimal waren. Für die doch recht anspruchsvolle, südseitige Platten- und Riss-Kletterei waren die ca. 30 Grad nicht gerade perfekt. Dafür waren wir ziemlich allein am Totenköpfel.
Eingestiegen sind wir über die Route OSTERHASI. Um mich gleich einmal auf das Bevorstehende einzugewöhnen, kletterte ich die Seillänge bis auf eine Ausnahme ohne Verwendung der Bohrhaken und in Halbseiltechnik. Man glaubt gar nicht wie lange das Friends und Keile legen dauert, wenn man keine Übung darin hat. Mario querte dann in die Verbindungslänge zum Stand. Diese ist im 4. Grad und ziemlich grasig. Da er dies auch ohne die vorhandenen Sicherungen absolvierte war die Länge gar nicht so ohne.
Unser Plan war, die erste und zweite Länge der eigentlichen EB-Platte zusammen zu hängen. An Material hatten wir ein Set Camalots von 0,5 - 3 mit einem zusätzlichen 2er , einige Klemmkeile und natürlich Reepschnüre und Bandschlingen für die Sanduhren mit.
Gleich der Zug vom Stand weg gibt die Marschrichtung an. Etwas schwer zu lesen und für einen 6er gar nicht einfach und ziemlich kräftig. Um mir ein bisschen Vertrauen in die gelegten Sicherungen zu holen setzte ich mich gleich mal in den ersten Klemmkeil rein. Nach dem erfolgreichen Belastungstest begann ich die Länge von Neuem. Nach Überwindung der ersten komischen Stelle geht die Kletterei dann aber super weiter . Etwas weiter oben kommt man in einen sehr schönen Riss in dem man einen Friend nach dem anderen legen kann. Am Ende dieses Risses ist dann auch gleich der erste Stand. Da dieser allerdings nur aus Normalhaken besteht, hatten wir eigentlich vor, diesen zu überklettern. Nach einem Blick auf meinen Klettergurt sah es aber nicht danach aus als ob ich noch genug Material für den Rest der Seillänge bei mir hätte. Also machte ich Stand an 3 (guten) Normalhaken und einem Klemmkeil. Somit hatte Mario die Arschkarte gezogen und durfte die Schlüsselstellen führen.
Wir realisierten, dass es sich hier doch um eine fast andere Sportart handelt und benötigten daher recht lang. Über die 7er-Stelle ist Mario gleich mal schnell in freier Kletterei hochgekommen. Etwas weiter oben erwartet einen eine ziemlich moralische 6er-Querung. Sicherungsmöglichkeiten gibt es in der Querung keine, dafür aber auch keine vernünftigen Griffe;-) Mario probierte herum und ich schlug vor es zu versuchen. Wäre ja eigentlich eh meine Länge gewesen. Um Mario wieder zum Stand zu bugsieren, klickten wir dann doch den einen rostigen Bohrhaken einer alten Nebenroute.
Nach Seilabziehen und neu Einbinden startete ich in die Länge. Die erste Schlüsselstelle lief mir nicht so gut rein und irgendwie stand ich etwas beschissen da. Ein Griff in die bereits vorhandene Schlinge bewahrte mich vor dem Abschmieren. Die Querung ging dann aber recht gut. Danach muss man sich noch einen kräftigen 6+-Riss hinauf kämpfen. Hier wäre es recht klug sich noch einen 1er Friend aufzuheben. Man hängt ziemlich auf Zug in einem Piaz-Riss und einen Friend zu setzen ist um einiges einfacher als mit Keilen zu hantieren, die hier eigentlich auch passen würden. Mario führte dann noch sehr solide die dritte Länge zur Handlerverschneidung hinauf. Diese wartet noch mit einem schwierigen Einstieg und dann etwas leichterem Gelände auf.
Sanduhren fädeln mussten wir übrigens nicht, da alle bereits vorhanden waren. Allerdings mit wechselnder Qualität...
Die eigentlich eingebohrte Handlerverschneidung versuchte ich auch clean zu klettern, zwei Bohrhaken hängte ich dann aber doch ein.
ACHTUNG: Im Handlerausstieg am Totenköpfl auf der Hohen Wand liegt eine Körperlänge direkt über dem Stand ein ca. 1m³ grosser loser Block. Dieser ist beim Wegklettern der erste und offensichtlichste Griff! Hab diesen vorsichtig belastet und er ist gleich mal ein Stück abgerutscht. Wenn er abgehen sollte geht der Sichernde mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gleich mit...würde dann wahrscheinlich auch gleich alle Seilschaften im Bereich EB-Platte mitnehmen und in die Gaiserschlucht (Einstieg von OSTERHASI) fallen. Wir konnten ihn gestern natürlich aufgrund des Betriebs auf der Hohen Wand nicht beseitigen. Überhaupt ist mir gestern der Handlerausstieg blockig-brüchiger als letztes Jahr vorgekommen...der beschriebene Block ist jedenfalls wirklich gefährlich!
Empfohlenes Material: 2 Sätze BD Cam-a-lots Gr. 0,5-Gr. 2, zusätzlich ev. einen 3er dazu, ein Satz Klemmkeile, ausreichend Schlingen und Reepschnüre (auch sehr dünne ca.4mm), und natürlich das andere übliche Kletterzeug.